Gesetzliche Krankenkassen: Vergleich und Wechsel lohnen sich wieder!

Seit neuestem gibt es wieder einen richtigen Wettbewerb unter den etwa 100 gesetzlichen Krankenkassen. Gut für die Versicherten, bedeutet dies doch, dass sie von den zusätzlichen Angeboten der Kassen profitieren können. In den Beiträgen gibt es ja keinen Unterschied, also können sie sich nur über die gebotenen Leistungen unterscheiden. Eine Krankenkasse zahlt nach einem Krankenhausaufenthalt beispielsweise eine Haushaltshilfe, die andere bietet kostenlose Impfungen und die dritte punktet mit Zuschüssen für Brillen oder bei der Zahnreinigung. Mit diesen Extras können Versicherte viele hundert Euro jährlich sparen, ein gezielter Vergleich vorausgesetzt.

Doch weshalb kann die eine Krankenkasse mehr anbieten als eine andere? Alle Kassenmitglieder zahlen doch den gleichen Beitrag!? Tatsächlich sind etwa 95 Prozent aller Kassenleistungen identisch, nur bei rund 5 Prozent gibt es Unterschiede. Ermöglicht wurde dies durch die Einführung des Versorgungsstrukturgesetzes im Januar 2012, einige Kassen sitzen nun auf prall gefüllten Geldbeuteln. Und dies nutzen sie, um mit attraktiven Extras um neue Mitglieder zu werben. Doch kaum ein Versicherter weiß, welche Serviceleistungen seine eigene Kasse anbietet.

Welche Extra-Leistungen gibt es?

Wer einen Wechsel plant, sollte zunächst einmal bei seiner Krankenkasse nachfragen, ob und welche Leistungen diese tatsächlich bietet. Ist man mit dem Angebot zufrieden, muss auch nicht über einen Wechsel nachgedacht werden. Es gibt aber auch Kosten, die normalerweise aus eigener Tasche bezahlt werden müssten. Beispielsweise für anthroposophische Medizin, traditionelle chinesische Medizin, Osteopathie, Akupunktur, Ayuverda oder andere Naturheilverfahren. Viel Geld lässt sich sparen, wenn die Kasse Zuschüsse zur Zahnreinigung beisteuert oder Ausgaben rund um die Geburt bezahlt. Bis zu 300 Euro geben einige Kassen für die Vorsorge beim Wunschzahnarzt dazu, andere bewilligen zwei zusätzliche Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, die U10 und U11. Weitere Schmakerl sind Zuschüsse für Brillen und Kontaktlinsen bis zu 250 Euro jährlich, oder die Haushaltshilfe für allein lebende Schwerkranke. In der Regel gibt es hier nur Geld, wenn Kinder unter zwölf Jahren im Haushalt leben. Hilfe gibt es zudem bei schnelleren Terminen beim Facharzt, die eigentlich nur schwer zu kriegen sind.

Es gibt sogar Krankenkassen, die für das Jahr 2013 Beiträge zurückerstatten. Die Rückerstattungen liegen zwischen 30 und 120 Euro, und es gibt sie bereits, wenn man zu einem bestimmten Stichtagen dort versichert war.

Wie funktioniert der Krankenkassenwechsel?

Normalerweise muss man mindestens 18 Monate bei einer Kasse versichert gewesen sein, bevor man erneut wechseln kann. Die Kündigungsfrist beträgt dann zwei Monate zum Monatsende, egal ob aktuell Behandlungen laufen oder nicht. Und für die eventuellen zusätzlichen Leistungen oder Erstattungen existieren keine Wartefristen und können gleich nach dem Kassenwechsel genutzt werden. Andere Wechselfristen gelten allerdings für denjenigen, der mit seiner Krankenkasse einen speziellen Wahltarif vereinbart hat. Probleme für ältere oder schwerkranke Patienten gibt es nicht, denn die Kassen sind verpflichtet, jeden Wechselwilligen aufzunehmen. Eine Gesundheitsprüfung wie in der privaten Krankenversicherung gibt es nicht.

Vor einem Wechsel ist es ratsam, sich über die unterschiedlichen Leistungen der verschiedenen Krankenkassen zu informieren. Da hat jeder seine eigenen Präferenzen. Wer über Kinder nachdenkt, den sind Zusatzleistungen vor und nach der Geburt und Früherkennungsuntersuchungen für Kinder wichtiger als Leistungen im Zahnbereich oder bei der Sehhilfe. Eine kostenlose Möglichkeit die Leistungen der Krankenkassen zu vergleichen, finden Sie auf unserer Seite Vergleich gesetzlicher Krankenkassen nach den gebotenen Leistungen.

Ist der Krankenkassenwechsel mit einem Risiko verbunden?

Es gibt keinen Grund davor zurückzuschrecken, die eigene Krankenkasse zu kündigen und in eine neue zu wechseln. Denn im Gegensatz zu den Tarifen in der privaten Krankenversicherung muss man nicht befürchten in eine Kostenfalle zu geraten. Die Beiträge der Kassen sind identisch, nur die Leistungen variieren. Und diesen Vorteil kann jeder gesetzlich Versicherte für sich nutzen.