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Fragen und Antworten zur Rente mit 63

Bereits seit 2012 können langjährig Versicherte mit 65 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen. Vorausgesetzt, sie waren mindestens 45 Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. In Zukunft erhalten die abschlagsfreie Rente auch Versicherte mit 63 Jahren. Dies gilt für Personen mit Geburtsjahrgängen bis einschließlich 1952. Für 1953 bis 1963 Geborene wird das Renteneintrittsalter schrittweise auf das 65. Lebensjahr angehoben.

Welche Zeiten zählen zu den 45 pflichtversicherten Jahren?

Folgende Zeiten werden bei den 45 Jahren berücksichtigt:

Nicht berücksichtigt werden:

Was gilt für Zeiten der Arbeitslosigkeit?

Zeiten, in denen der Versicherte Arbeitslosengeld erhalten hat, werden zeitlich ungebrenzt berücksichtigt. Eine Ausnahme gilt für die letzten zwei Jahre vor Rentenbeginn. Bestand die Arbeitslosigkeit aufgrund einer Insolvenz oder der vollständigen Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers, werden diese Zeiten berücksichtigt – in allen anderen Fällen nicht. Ebenfalls nicht berücksichtigt werden Zeiten des Bezugs von Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II.

 

Was gilt für Ausbildung bzw. Wehr- und Zivildienst?

Während Schul-, Fachschul- und Hochschulzeiten nicht angerechnet werden, wird die Zeit des Wehr- und Zivildienstes berücksichtigt.

 

Ab wann gibt es die abschlagsfreie Rente ab 63?

Versicherte, die noch keine Altersrente erhalten, und 63 Jahre und älter sind, können ab dem 1. Juli 2014 die abschlagsfreie Rente bekommen. Sie ist, wie jede andere Rente auch, zu beantragen. Die Beratungsstellen der Rentenversicherungsträger nehmen nach vorheriger Terminvereinbarung die Anträge entgegen. Zudem können sich Versicherte über das kostenlose Servicetelefon der Rentenversicherungsträger unter 0800 / 1000 48090 beraten lassen.

Für Geburtenjahrgänge ab 1953 wird die Altersgrenze von 63 Jahren schrittweise auf 65 Jahre angehoben. Die Anhebung kann folgender Tabelle entnommen werden.

Tabelle: Anhebung der Altersgrenzen

Versicherte

Geburtsjahrgang

Anhebung um

... Monate

 

auf Alter

-Jahr-

 

auf Alter

-Monat-

 
1953
2
 
63
 
2
 
1954
4
 
63
 
4
 
1955
6
 
63
 
6
 
1956
8
 
63
 
8
 
1957
10
 
63
 
10
 
1958
12
 
64
 
0
 
1959
14
 
64
 
2
 
1960
16
 
64
 
4
 
1961
18
 
64
 
6
 
1962
20
 
64
 
8
 
1963
22
 
64
 
10
 

Für die Jahrgänge ab 1964 beträgt die Altersgrenze für diese Rentenart dann 65 Jahre.

 

Können bereits gestellte Rentenanträge zurückgenommen und dafür die abschlagsfreie Rente mit 63 zu beantragt werden?

Dies ist nur dann möglich, wenn über die die beantragte Rente noch kein bindender Bescheid erteilt wurde. Bindend ist ein Rentenbescheid dann, wenn er nicht mehr angefochten werden kann, beispielsweise wegen des Ablaufs der Widerspruchsfrist.

 

Können Versicherte in Altersteilzeit die abschlagsfreie Rente mit 63 beantragen?

Nach Beendigung der Altersteilzeit kann die abschlagsfreie Rente mit 63 in Anspruch genommen werden.

 

Besteht ein Rechtsanspruch auf die abschlagsfreie Rente mit 63?

Wenn alle genannten Voraussetzung erfüllt sind und die Rente mit 63 rechtzeitig beantragt wurde, besteht auch ein Rechtsanspruch darauf.

 

Wie viel Geld darf bei Erhalt der Rente hinzu verdient werden?

Es dürfen bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze (schrittweise Anhebung von 65 auf 67 Jahre) maximal 450 Euro monatlich hinzu verdient werden. Ansonsten wird der Hinzuverdienst auf die (vorgezogene) Altersrente angerechnet. Wird die Hinzuverdienstgrenze überschritten, erlischt sogra der Rentenanspruch.

 

Welche Sozialversicherungsbeiträge gehen von der Bruttorente ab?

Grundsätzlich sind Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zu entrichten. Ob zudem Steuerpflicht besteht, muss über die Steuererklärung mit dem Finanzamt geklärt werden.

 

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