Ergo will bestehende Wohngebäudepolicen auf teurere Verträge umstellen

Die Ergo hat 120.000 ihrer Kunden angeschrieben – etwa 20 Prozent des Bestands – die eine Wohngebäudeversicherung bei der Versicherungsgruppe abgeschlossen haben. Der Grund: Die Kunden werden aufgefordert, ihre Gebäudeversicherung auf den aktuellen Tarif umzustellen, die jedoch mit einer Beitragserhöhung verbunden ist. Hinzu kommt, wer nicht umstellen will, muss mit einer Kündigung seitens der Ergo rechnen.

Betroffen sind vor allem Verträge, die vor 2006 abgeschlossen worden sind. Im Schnitt steigen die Beiträge für die Betroffenen um 14 Prozent, im Einzelfall kann es auch zu einer Beitragsverdoppelung kommen. Eine zusätzliche Verschlechterung bringt die nicht auszuschließende abgestufte Selbstbeteiligung im Schadenfall. Die Ergo begründet die Vertragsumstellung zwar mit einer bislang unzureichenden Absicherung der betroffenen Hausbesitzer, insbesondere im Bereich der Elementarschäden durch Überschwemmungen und Starkregen. Na ja, wer's glaubt.

In der Hauptsache geht es der Ergo wohl darum, ihre defizitäre Gebäudesparte in die Gewinnzone zu bringen. Allein im vergangenen Jahr musste der Konzern viel drauflegen, so standen einem Euro Beitragseinnahmen, Kosten für Schäden, Verwaltung und Vertrieb in Höhe von 1,19 Euro gegenüber. Den versicherungstechnischen Verlust bezifferte eine Sprecherin auf knapp 40 Millionen Euro. Auch in der Lebensversicherungssparte leidet die Ergo unter einem schwachen Geschäft, hier hat sie bereits Stellenstreichungen im Vertrieb und im Innendienst angekündigt.

Wehren können sich die betroffene Kunden nicht, denn der Versicherer kann derartige Policen mit einer Frist von 3 Monaten zum Ablauf möglich. Unschön, aber bei einigen Versicherern üblich, die ihren Bestand derart aufräumen und ihnen unliebsame Klienten rausschmeißen.

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