Elementarschadenversicherung zukünftig direkter Bestandteil der Wohngebäudeversicherung?

Nach einer Empfehlung des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) sollen Versicherungsunternehmen künftig den Schutz gegen Elementarschäden direkt in die Wohngebäudeversicherung integrieren. Hausbesitzer wären damit gegen Naturgefahren, wie Hochwasser, Überschwemmung, Starkregen, Schneedruck, Lawinen und Erdrutsch, direkt versichert, ohne dass hierzu ein zusätzlicher Vertrag notwendig wird. Der GDV hat hierzu neue unverbindliche Musterverträge aufgelegt, die er den Versicherungsunternehmen zur Verfügung stellt.

Der Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des GDV, Jörg von Fürstenwerth, möchte mit dieser Empfehlung den Menschen in den Hochwasser-Regionen nicht nur zu mehr finanziellem Schutz verhelfen, sondern zudem eine höhere Sensibilisierung der Bevölkerung für einen Schutz gegen die Folgen von Naturgefahren erreichen. Von Fürstenwerth: "Natürlich können sich die Kunden auch weiterhin gegen den Elementar-Baustein entscheiden. Jedoch müssen sie den Naturgefahrenschutz künftig gezielt abwählen."

74 Prozent der deutschen Haushalte besitzen keinen umfangreichen Versicherungsschutz für ihr Wohngebäude, dabei wären 98,5 Prozent problemlos gegen Hochwasser, Überschwemmung und Starkregen versicherbar. "Der Schutz vor Naturgefahren gehört wie die Feuerversicherung zum Basisschutz jedes Wohngebäudes", erläutert von Fürstenwerth.

Der GDV erklärt seinen Vorstoß damit, dass Naturgefahren durch Starkregen und Überschwemmung immer mehr zunehmen. Dabei werden immer häufiger auch Regionen überflutet, die bislang verschont geblieben sind. Zudem hat sich in den strengen Wintern der letzten Jahre gezeigt, dass Häuser mit Flachdachkonstruktionen durch starken Schneedruck gefährdet sind. Auch in diesem Fall zahlt bei einem Schaden nur eine zusätzlich abgeschlossene Elementarschadenversicherung.

Den Schutz gegen Elementarschäden gibt es bereits ab 50 Euro pro Jahr – abhängig von Größe und Lage des Hauses. Doch viele verzichten auf einen umfassenden Versicherungsschutz. Aber auch mit den neuen unverbindlichen Musterverträgen wird es für einige Hausbesitzer schwer, den Schutz gegen Elementarschäden zu erhalten: 98,5 Prozent der Haushalte sind problemlos versicherbar, für die restlichen 1,5 Prozent wäre es jedoch auch künftig schwierig, da sie überwiegend in stark Hochwasser gefährdeten Gebieten liegen. Die Versicherer sollten hier in Dialog mit ihren Kunden treten und Themen wie schadenverhütende Maßnahmen oder erhöhte Selbstbehalte besprechen. "Wir wollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in Zukunft Gebäude geben wird, für die es keine wirtschaftlich sinnvolle Versicherungslösung gibt, da es hier alle drei, vier Jahre zu Überschwemmungen kommt", so von Fürstenwerth.