Elementarschäden: Welche Versicherung kommt für den Schaden auf?

Ganz Deutschland ist zurzeit von schweren Überschwemmungen und Hochwassern betroffen. Die Schäden gehen dabei in die Millionen. Doch wer übernimmt die Kosten? Stehen die Betroffenen alleine da, oder leisten Wohngebäude- bzw. Hausratversicherungen Ersatz für vom Hochwasser zerstörte Sachen?

Wohngebäude- und Hausratversicherung kommen für Schäden auf, die beispielsweise durch Sturm, Hagel und Brand am Haus entstehen. Elementarschäden nur dann, wenn diese explizit in den Versicherungsschutz mit aufgenommen worden sind. Die Versicherer bieten die Erweiterung des Schutzes auf Schäden durch Erdbeben sowie Überschwemmung, Rückstau und Starkregen in der so genannten Elementarschadenversicherung an – diese gibt es aber nur gegen Aufpreis. Leider ist es gerade für Hausbesitzer, die in hochwassergefährdeten Regionen leben, nicht leicht, oft sogar unmöglich, den entsprechenden Versicherungsschutz zu bekommen. Der GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft) hat ein Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) entwickelt. Dieses System teilt die Hochwasserereignisse in vier Gefährdungsklassen (GK) ein:

  • GK 4 – statistisch 1-mal in 10 Jahren ein Hochwasser

  • GK 3 – statistisch 1-mal in 10–50 Jahren ein Hochwasser

  • GK 2 – statistisch 1-mal in 50–200 Jahren ein Hochwasser

  • GK 1 – statistisch seltener als einmal alle 200 Jahre ein Hochwasser

Mit dem ZÜRS haben die Versicherer ein Instrument, mit dem sie präzise Risikoeinstufungen für alle Regionen Deutschlands vornehmen können. Der GDV stellt das Zonierungssystem auf der Internetseite ZÜRS public übrigens allen Nutzern kostenfrei zur Verfügung. Zurzeit umfasst ZÜRS public nur die Bundesländer Niedersachsen und Sachsen, weitere Bundesländer sollen aber folgen. Etwa 86 Prozent aller Gebäude liegen in der Zone GK 1, etwa 11 Prozent in GK 2 und 3 Prozent in den Zonen GK 3 und GK 4. Während es für Gebäude in GK 1 normalerweise kein Problem ist, eine Elementarschadenversicherung zu bekommen, sieht dies für Wohngebäude in GK 2 bis 4 anders aus. Für Hausbesitzer in den Zonen GK 3 und GK4 ist es nahezu unmöglich, einen Versicherungsschutz in der Elementarschadenversicherung zu erhalten.

Aber auch wer nicht in der Nähe von Flüssen wohnt und daher nicht von Hochwässern heimgesucht wird, kann von Überschwemmungen durch Starkregen betroffen sein. Starkregen machen mittlerweile einen Großteil der Zerstörungen aus. Und die Prognosen der Klimaforscher über zukünftige Unwetterereignisse stimmen nicht optimistisch. Hausbesitzer aber auch Mieter sollten daher darüber nachdenken, ihren Versicherungsschutz in der Wohngebäudeversicherung und der Hausratversicherung durch einen Elementarschadenversicherung zu erweitern.

Versicherungsvergleiche für die Wohngebäudeversicherung und die Hausratversicherung mit Einschluss von Elementarschäden finden Sie auf unseren Seiten.