Die Schwarze Liste der Versicherer wird transparenter

Zum 1. April wird das als „Schwarze Liste“ bekannte Informationssystem der Versicherer transparenter, sowohl für die Versicherer selbst als auch für den Kunden. Das System hilft den Versicherern bei der schnellen und effektiven Risikoprüfung. Außerdem dient es dazu, problematische Kunden zu listen und Versicherungsbetrug und -missbrauch aufzudecken. Die alljährlich durch fehlerhafte, unwahre, unvollständige oder betrügerische Angaben entstehenden Schäden, machen nach Angaben des GDV rund 4 Milliarden Euro aus.

Versicherungskunden, die auffällig viele Schäden melden oder bei denen die Schadenhöhe ausgeprägt hoch ist, werden auf die „Schwarze Liste“ gesetzt. Hier landen aber auch Menschen mit Vorerkrankungen und jene, die in besonders gefährlichen Berufen tätig sind. Ebenso Kunden, die ihre Rechtsschutzversicherung atypisch häufig nutzen und Kunden, die eine ungewöhnlich hohe Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben. Die Versicherer betonen jedoch, das ein Eintrag nicht zur Ablehnung eines Antrags oder zur Abweisung der Leistung aus einem Vertrag führe.

Zur Zeit sind die Namen verschlüsselt. Die Versicherer müssen sich also austauschen, um an die Informationen auf der schwarzen Liste heranzukommen. Dies ändert sich aber zum 1. April 2011 mit dem neuen Hinweis- und Informationssystem (HIS). Das HIS soll transparenter und der Datenschutz verbessert werden. Betroffene Kunden werden künftig informiert, wenn sie im HIS eingetragen werden, zudem können sie eine Selbstauskunft einholen und verlangen, dass falsche Daten korrigiert werden.

Nach Angaben des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV) enthält die „Schwarze Liste“ gegenwärtig etwa 9 Millionen Einträge.

Datenschützer hatten die 1993 installierte Datensammlung immer wieder kritisiert und den Versicherungsunternehmen Geheimniskrämerei vorgeworfen. Das soll sich nun ändern. Das neue HIS erfülle nun die gestiegenen Anforderungen an den Datenschutz und schaffe Transparenz, erklärt der Hauptgeschäftsführer des GDV, Bernhard Gause. Wichtig sei, dass die Auskunftei nach Versicherungssparten getrennt geführt werde. So darf ein Kfz-Sachbearbeiter auch nur Daten der Sparte Kfz in das HIS einpflegen beziehungsweise abrufen. Der Zugriff auf andere Sparten bleibt ihm verwehrt, ein Gesamtprofil des Kunden kann somit nicht erstellt werden.