Die Menge macht's: Fahrt unter Alkoholeinfluss kann Versicherungsschutz kosten

alkohol am steuerDie fünfte Jahreszeit ist in vollem Gange und viele Narren müssen wieder einmal daran erinnert werden, welche Auswirkungen Fahrten unter Alkoholeinfluss haben können. Viele fühlen sich nach ein paar Gläsern noch als Herr des Geschehens, und nehmen daher eine Alkoholfahrt in Kauf, nach dem Motto: Es wird schon nichts passieren. Doch sieht dies der Gesetzgeber ganz anders, er geht von harten Fakten aus: Schon geringe Mengen Alkohol genügen, um die Reaktionsfähigkeit stark einzuschränken.

Wer mit 0,3 Promille erwischt wird und Fahrauffälligkeiten zeigt – zum Beispiel Schlangenlinien fährt – dem drohen Führerscheinentzug, Punkte in Flensburg und ein Bußgeld. Wer mit 0,5 Promille in eine Polizeikontrolle hineingerät, muss mit mindestens 500 Euro Bußgeld rechnen. Außerdem droht der Entzug des Führerscheins bis zu drei Monate und auf dem Flensburger Konto werden mindestens vier Punkte gelagert. Wer zudem bei einem solchem Alkoholspiegel noch einen Unfall baut, darf sich darauf freuen, dass Geldstrafe und Punktezahl deutlich ansteigen. Der Führerschein ist für mindestens sechs Monate weg.

Fahranfänger sollten Alkohol und Autofahrten sowieso nicht verbinden: Denn bis zum 21. Lebensjahr und während der Probezeit ist Alkohol absolut tabu, wenn mit dem Auto gefahren wird.

Übrigens können auch Radfahrer ihren Auto-Führerschein verlieren, wenn sie zu tief ins Glas geschaut haben, betrunken fahren und dabei einen Unfall verursachen. Hier reichen bereits 0,3 Promille aus. Ab 1,6 Promille steht ohnehin ein Verfahren an – egal, ob der Radfahrer einen Führerschein hat oder nicht.

Versicherungsschutz und Fahrten unter Alkoholeinfluss

alkohol am steuerNeben der geschilderten strafrechtlichen Seite wirken sich Alkoholfahrten oft auch auf den Versicherungsschutz aus, wie die HUK-Coburg berichtet. Auch hierbei ist wichtig, wie hoch der Alkoholspiegel zum Zeitpunkt des Unfalls war. Des Weiteren steht die Frage nach der individuellen Fahrtüchtigkeit im Raum: Hat der Fahrer die Situation richtig erkannt und angemessen darauf reagiert. Sicher ist, wer seinen Wagen nur noch in Schlangenlinien bewegen kann, von der Straße abkommt und Autos beschädigt, hat diese Grenze weit überschritten.

Dabei reagiert jeder anders auf Alkohol, bei manchen Menschen reicht bereits ein Glas Sekt, um Ausfallerscheinungen während der Autofahrt herbeizuführen. Für den Autoversicherer ist es jedenfalls klar: Ist der Alkohol eindeutig für den Unfall verantwortlich, greift die Trunkenheitsklausel. Durch die Trunkenheitsklausel wird der Kfz-Versicherer von seiner Leistungspflicht befreit. Dies bedeutet, die Haftpflichtversicherung reguliert zwar den Schaden, der alkoholisierte Unfallverursacher wird jedoch anschließend in Regress genommen. Dieser Ersatzanspruch des Versicherers beträgt maximal 5.000 Euro, die er sich vom Schädiger zurückholen.

Schlimmer sind die Folgen in der Kaskoversicherung, wenn es also darum geht, Schäden am eigenen Fahrzeug aufgrund einer Vollkasko- bzw. Teilkaskoversicherung ersetzt zu bekommen. Ist Alkohol im Spiel, kann sich der Versicherer auf Leistungsfreiheit berufen. Dass heißt, die Versicherung bezahlt nur einen Teil des Schadens oder gar nichts.

Die Rechtsprechung ist eindeutig: Autofahrern mit mehr als 1,1 Promille wird absolute Fahruntüchtigkeit unterstellt und der Alkohol gilt als ursächlich für einen Unfall. Aber bereits geringere Mengen können genügen, den Versicherungsschutz zu gefährden. Letztlich entscheidend bleibt immer, hat der Alkohol den Unfall maßgeblich bewirkt?

Als Autofahrer sollte nicht vergessen werden, dass für den Abbau eines Promille Alkohols um die zehn Stunden gebraucht werden. Im Zweifels gilt: Auch am Morgen danach besser auf das Auto verzichten!

Beifahrer sind mitverantwortlich

Zum Schluss noch ein Wort an die Beifahrer. Auch diese müssen mit Konsequenzen rechnen, wenn sie sich zu ihrem betrunkenen Kumpel ins Auto setzen. Die Gerichte unterstellen den Mitfahrern sich selbst zu gefährden und eine Mitschuld an eventuellen Verletzungen. Auch hier Ansprüche, die Beifahrer normalerweise an den Verursacher stellen können, regelmäßig gekürzt.