Die Flensburger Punktereform und ihre Folgen für die Autofahrer

Nachdem der Termin bereits mehrfach verschoben wurde, steht nun der 1. Mai 2014 für das Inkrafttreten der Flensburger Punktereform fest. Die wichtigste Neuerung: Je nach Schwere des Vergehens gibt es nur noch einen bis drei, anstatt der bisherigen bis zu sieben Punkte. Der Führerschein ist dann allerdings bereits nach 8 und nicht erst nach 18 Punkten weg.

Die Änderungen im Schnellüberblick:

  • Einen Punkt gibt es für schwere Verstöße (Ordnungswidrigkeiten), beispielsweise bei Geschwindigkeitsüberschreitungen. Die bisherige Regelung sah einen bis vier Punkte vor.

  • Zwei Punkte gibt es für besonders schwere Verstöße (Ordnungswidrigkeiten mit Fahrverbot), beispielsweise für Drängler und dem Überfahren einer roten Ampel. Zur Zeit gibt es dafür drei bis vier Punkte.

  • Drei Punkte drohen bei Straftaten, beispielsweise bei einer Unfallflucht, die aktuell noch mit fünf bis sieben Punkten bestraft wird.

  • Der Führerschein wird, wie bislang auch, bei anderen Straftaten (bspw. Trunkenheit am Steuer) sofort entzogen.

Je nach gesammelten Punkten hat dies nun folgende Auswirkungen:

  • Ein bis zu drei Punkten führen zur Vormerkung, ohne dass jedoch weitere Maßnahmen ergriffen werden. Bei vier bis zu fünf Punkten kommt es zur Ermahnung mit einer Information über den Punktestand. Sechs bis sieben Punkte führen zur Verwarnung und der Teilnahme an einem Fahreignungsseminar. Bei 8 Punkten, wird der Führerschein entzogen.

  • Die aktuelle Regelung sieht vor, dass Punkte nur dann verjähren, wenn kein neuer Punkt hinzugekommen ist. Nach der neuen Regelung verjähren Punkte automatisch. Ausschlaggebend ist die Schwere des zugrunde liegenden Verstoßes, Punkte verjähren dementsprechend nach zweieinhalb, fünf oder zehn Jahren.

  • Neu ist der freiwillige Punkteabbau, allerdings ist dieser nur bei 4-5 Punkten (Stufe Ermahnung) möglich. Autofahrer, die freiwillig an einem Fahreignungsseminar teilnehmen, können so, alle 5 Jahre, 2 Punkte abbauen.

Die Umrechnung bestehende Punkte vom alten ins neue System wird wie folgt vorgenommen:

  • 1-3 Punkte -> 1 Punkt

  • 4-5 Punkte -> 2 Punkte

  • 6-7 Punkte -> 3 Punkte

  • 8-10 Punkte -> 4 Punkte

  • 11-13 Punkte -> 5 Punkte

  • 14-15 Punkte -> 6 Punkte

  • 16-17 Punkte -> 7 Punkte

  • 18 oder mehr Punkte -> 8 Punkte

  • Punkte für leichtere Ordnungswidrigkeiten werden allerdings gestrichen, hierzu gehört beispielsweise das Fahren in einer Umweltzone ohne gültige Plakette.

Eine weitere Neuerung, die ab dem 1. Juli 2014 in Kraft tritt, ist die Warnwesten-Pflicht. Hier gilt Deutschland als Nachzügler in der EU. Demnach müssen ab Juli 2014 in Pkw, Lkw und Bussen Warnwesten, die der Europäischen Norm EN 471 entsprechen, vorhanden sein.

Und wer ab dem 1. Januar 2015 umzieht, kann sein Kennzeichen mitnehmen. Beim Umzug in einen anderen Zulassungsbezirk muss der Pkw also nicht mehr im neuen Bezirk neu zugelassen werden. Das spart Zeit und Kosten und ist heute bereits in einigen Bundesländern möglich. Allerdings hat dies keine Auswirkungen auf die Kfz-Versicherung, die das Risiko Wohnort weiterhin zur Berechnung ihrer Tarife heranzieht. Des Weiteren soll es Autofahrern Anfang 2015 ermöglicht werden, ihren Pkw übers Internet abzumelden. Dies kann dann mithilfe von Sicherheitscodes auf den Prüfplaketten der Kennzeichen und im Führerschein vorgenommen werden.

Weitere Informationen zur Kfz-Versicherung, zur Kfz-Zulassung und sowie zur Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung erfahren gibt es auf unseren Seiten. Zudem können Sie online einen kostenlosen Versicherungsvergleich für die Kfz-Versicherungen durchführen.