Bundestag verabschiedet Lebensversicherungs-Reformgesetz (LVRG)

Der Bundestag hat am 4. Juli 2014 das Gesetz zur Absicherung stabiler und fairer Leistungen für Lebensversicherte (LVRG) beschlossen. Erforderlich wurde das Gesetz aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase. Mit der Reform werden die Lasten, die die niedrigen Zinsen mit sich bringen, gerechter auf Versichersunternehmen und Versicherungsnehmer verteilt. Erreicht werden sollen langfristige Sicherheit und ein Mehr an Transparenz.

Beschlossen wurden folgende Eckpunkte:

Absenkung Garantiezins

Für Lebensversicherungsverträge, die ab dem 01. Januar 2015 neu abgeschlossen werden, sinkt der Garantiezins von 1,75 auf 1,25 Prozent. Diese notwendige Maßnahme dient den Versicherersgesellschaften und soll sie dazu befähigen, sich für das gegenwärtig bestehende Kapitalmarktumfeld besser zu rüsten.

Faire Verteilung der Bewertungsreserven

Die stillen Reserven werden künftig fairer auf die Versichertengemeinschaft verteilt. Bewertungsreserven ergeben sich aus der Differenz zwischen aktuellem Marktwert von Kapitalanlagen und deren Kaufpreis. Dies bedeutet: auslaufende Lebens- und Rentenversicherungen werden in geringerem Maße an den Bewertungsreserven beteiligt, die Versichertengemeinschaft gleichzeitig stärker. Stille Reserven, die nicht ausgezahlt werden, verbleiben dem Versichertenkollektiv, eine gerechtere Aufteilung ist somit gegeben.

Höhere Beteiligung an Risikoüberschüssen

Die Versicherten erhalten zukünftig eine höhere Beteiligung an den Risikoüberschüssen, diese werden von 75 auf 90 Prozent angehoben. Insbesondere sind Riskioüberschüsse, die sich durch die vorsichtige Kalkulation der Sterblichkeit ergeben.

Senkung des Höchstzillmersatzes

Die Abschlusskosten werden zu einem geringeren Anteil bilanziell anrechenbar sein (25 Promille Höchstzillmersatz). Hierdurch entstehen Anreize für die Versicherungsgesellschaften, ihre Abschlusskosten zu senken. Da die Versicherer die Gesamtkostenquote (Abschluss- und Verwaltungskosten) nun angeben müssen, entsteht zudem mehr Transparenz beim Vergleich der Versicherungsprodukte.

Einschränkung der Dividendenzahlungen

Der Finanzierungsbedarf der Versicherer für die den Versicherungsnehmern garantierten Leistungen regelt in Zukunft die Auszahlung von Dividenden an die Aktionäre der Unternehmen. Unternehmen, die die Garantieverzinsung nicht erwirtschaften können, dürfen demnach auch keine Ausschüttungen an ihre Aktionäre vornehmen.

 

Das Gesetz wird voraussichtlich am 11. Juli 2014 vom Bundesrat endgültig verabschiedet. Die Regelung zu den Bewertungsreserven gelten dann ab sofort, die anderen Regelungen treten dann zum 1. Januar 2015 in Kraft.

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