Bei einer Beitragserhöhung ist ein Wechsel auch nach dem 30.11. möglich

Hat auch ihr Versicherer die Beiträge für die Kfz-Versicherung für das nächste Jahr erhöht? Dann können Sie auch noch nach dem Stichtag 30. November kündigen. Einige Kfz-Versicherer versenden die neuen Beitragsrechnungen mit den kommenden Beitragserhöhungen erst kurz vor oder nach dem Wechselstichtag. Sie hoffen dadurch, möglichst viele Kunden halten zu können. Hintergrund: Der Großteil der Verbraucher kennt zwar den mit großem Aufwand beworbenen 30.11. als Kündigungsstichtag, jedoch ist den wenigsten bekannt, dass es zusätzlich ein außerordentliches Kündigungsrecht gibt.

Das außerordentliche Kündigungsrecht besteht, unabhängig vom und zusätzlich zum Stichtag 30. November, einen Monat lang, nachdem der Versicherer über die Beitragserhöhung informiert hat. Erhält man die Information, also die Beitragsrechnung, erst am 29. November, besteht das außerordentliche Kündigungsrecht bis zum 29. Dezember. Also genug Zeit, um Angebote einzuholen sowie Preise und Leistungen zu vergleichen.

Tipp In das Schreiben der regulären Kündigung zum Stichtag gehört neben Versicherungsscheinnummer, Ort, Datum und Unterschrift die Floskel:

  • Ich kündige meine Versicherung mit der Nummer … fristgerecht zum Ablauf.

Bei der außerordentlichen Kündigung muss lediglich obige Floskel durch folgende ersetzt werden:

  • Ich kündige meine Versicherung mit der Nummer … fristgerecht aufgrund ihrer Beitragserhöhung.

Auf unserer Seite Kündigung von Versicherungsverträgen können Sie entsprechende Musterbriefe zur Kündigung der Kfz-Versicherung zum Stichtag sowie nach einer Beitragserhöhung abrufen.

 

Kfz-Beiträge steigen für Bestandskunden teilweise erheblich

Ein Großteil der Autoversicherer erhöht die Beiträge für ihre Bestandskunden zum Teil beträchtlich. Viele müssen mit Prämienerhöhungen von fünf bis zehn Prozent, teils sogar bis zu zwanzig Prozent, rechnen. Stehen Beitragssteigerungen an, informiert etwa die Hälfte der Autoversicherer ihre Kunden erst wenige Tage vor oder sogar erst nach dem Stichtag. Die Rechnungen sind teilweise so intransparent gestaltet, dass es für den Versicherten oft nicht sofort erkennbar ist, welche Gründe die Prämienänderung hat. Liegt es beispielsweise an einer anderen Einstufung aufgrund einer Verbesserung des Schadenfreiheitsrabatts, einer Verschlechterung wegen einer Rückstufung anlässlich eines Schadens oder gilt für das Kfz eine andere Typ- oder Regionalklasse.

Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhungen

Das Recht zur außerordentlichen Kündigung besteht ausnahmslos immer dann, wenn der Beitrag steigt! Dabei spielt es keine Rolle, ob die Erhöhung durch eine Umstufung des Fahrzeugs in eine andere Typ-Klasse oder Regionalklasse bedingt ist. Nach Erhalt der Rechnung muss die Kündigung innerhalb eines Monats ausgesprochen werden. Sie sollte schriftlich erfolgen und per Einschreiben an den Kfz-Versicherer geschickt werden. Als Grund muss ausdrücklich die Beitragserhöhung genannt werden (siehe oben), ansonsten könnte der Versicherer die Kündigung ablehnen.

Weitere Infomationen zur Kfz-Versicherung sowie zu Tarifen & Beitrag in der Autoversicherung und Kfz-Versicherungsvergleiche finden Sie auf unseren Informationsseiten.