Basler Versicherungen und Deutscher Ring Sach und Leben legen gemeinsame Strategie vor

Bad Homburg/Hamburg (ots) -

  1. Ertragreiches Wachstum durch Stärkung des Vertriebs und erhöhte Effizienz
  2. Hamburg wird Kompetenzzentrum für Lebensversicherungen, Bad Homburg für Sachversicherungen
  3. Jährliche Synergien von 20 bis 25 Millionen Euro bis zum Jahr 2012 angestrebt
  4. Sozialverträglicher Personalabbau von insgesamt 230 Stellen deutschlandweit
  5. Einvernehmliche und zügige Lösung mit der Signal Iduna gesucht


Die deutschen Tochtergesellschaften der Bâloise-Gruppe, die Deutscher Ring Sachversicherungs-AG (Deutscher Ring Sach) und die Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG (Deutscher Ring Leben) sowie die Basler Versicherungen wollen ihren Vertrieb erheblich stärken und gleichzeitig ihre Effizienz und Flexibilität erhöhen. Ziel ist es, in den nächsten Jahren schneller als der Markt zu wachsen. Das ist das Ergebnis einer Bestandsaufnahme, das die Gesellschaften heute in Hamburg vorgelegt haben. Die Deutschlandstrategie fügt sich in die Konzernstrategie der Schweizer Muttergesellschaft ein, derzufolge die Bâloise bis zum Jahr 2012 zu einem der ertrags- und wachstumsstärksten Versicherer in Europa werden will. 

Die Bâloise hatte im November 2008 angekündigt, ihre deutschen Tochtergesellschaften - Deutscher Ring Sach und Leben sowie die Basler Versicherungen - unter eine einheitliche Leitung zu stellen. Seit Dezember arbeiteten Vertreter beider Unternehmen gemeinsam an dem nun vorgelegten Konzept. Während der Bestandsaufnahme zeigte sich erneut, dass die einheitliche Führung der richtige Schritt war. Durch die vorher bestehende gemeinsame Führung mit dem eigenständigen Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a.G. (Deutscher Ring Kranken) waren unflexible Strukturen entstanden. Auch der Geschäftsverlauf von Deutscher Ring Sach und Leben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 verdeutlichte Handlungsbedarf, abzulesen an Rückgängen im Neugeschäft und im Bestand und einer im Wettbewerbsvergleich schlechten Kostenquote. Schließlich stellte sich im Laufe der Bestandsaufnahme heraus, dass der frühere Vorstand mehrfach seine Pflichten verletzt hatte, so beispielsweise bei der verheimlichten Finanzierung des Strukturvertriebs Formaxx AG und der Beteiligung an der Vorbereitung und Umsetzung strategischer Maßnahmen zugunsten des Deutscher Ring Kranken und zum Nachteil von Deutscher Ring Sach und Leben. 

"Jetzt haben wir auch in Deutschland die Voraussetzungen für weiteres Wachstum geschaffen", sagte der Vorsitzende der Konzernleitung der Bâloise-Gruppe, Dr. Martin Strobel. "Schritt eins war die einheitliche Führung für unsere deutschen Töchter, jetzt werden wir die gemeinsam erarbeitete Wachstumsstrategie umsetzen." 

Deutliche Stärkung des Vertriebs 


Erhebliche Wachstumsimpulse erwarten Deutscher Ring Sach und Leben sowie die Basler Versicherungen, indem sie ihre vertriebliche Basis verbreitern und konsequent alle verfügbaren Vertriebskanäle für alle Produkte nutzen. Da die Produktpalette beider Häuser weitgehend komplementär ist, ergeben sich daraus neue Möglichkeiten für den Vertrieb. Dabei streben die Gesellschaften an, ihre Ausschließlichkeits- bzw. Stammorganisationen unter einer einheitlichen Leitung zusammenzuführen. Damit würden die Unternehmen die Vertriebskraft ihrer insgesamt 950 eigenen Vermittler bündeln. Daneben soll die Zusammenarbeit mit der OVB und anderen Partnervertrieben weiter ausgebaut werden. Deutscher Ring Sach und Leben sind Mehrheitsgesellschafter der Deutscher Ring Beteiligungsholding, die ihrerseits 50,1 Prozent an der OVB kontrolliert. 

"Das Beste aus beiden Welten" bei den Produkten 


Bis Ende 2010 soll die Produktpalette von Basler Versicherungen sowie Deutscher Ring Sach und Leben zusammengeführt werden, wobei streng nach dem Prinzip "das Beste aus beiden Welten" vorgegangen wird. Bei den Sachversicherungen setzen die Unternehmen künftig schwerpunktmäßig auf Produkte der Basler Versicherungen, modifizieren diese aber um erfolgreiche Merkmale aus der Produktwelt von Deutscher Ring Sach, etwa den Wochenendhaustarif bei der Wohngebäudeversicherung. Umgekehrt bilden Produkte von Deutscher Ring Leben den Schwerpunkt in der Lebensversicherung, werden aber um Konzepte der Basler Versicherungen, wie die Vermögensbildungsversicherung, ergänzt. 

Mehr Effizienz durch Kompetenzzentren - Synergien von 20 bis 25 Millionen Euro 


Um die Effizienz zu erhöhen, sollen innerhalb der deutschen Bâloise-Einheiten klare Kompetenzzentren geschaffen werden: Dabei wird Hamburg zum Kompetenzzentrum für das Lebensversicherungsgeschäft und Bad Homburg zum Kompetenzzentrum für das Sachversicherungsgeschäft. Damit bauen die Unternehmen auf die traditionellen Stärken beider Standorte: Bei Deutscher Ring Sach und Leben wird rund 80 Prozent des Prämienvolumens im Lebensversicherungsgeschäft erzielt und 20 Prozent in der Sachversicherung. In Bad Homburg ist das Verhältnis genau umgekehrt. 

Während die zentralen Leitungsfunktionen künftig in Bad Homburg angesiedelt werden, wird der Vorstand, der für das Lebensversicherungsgeschäft und die Kapitalanlagen verantwortlich ist, seinen Dienstsitz in Hamburg haben. 

Die höhere Effizienz führt zu Synergien von 20 bis 25 Millionen Euro pro Jahr, die nach heutigen Berechnungen im Jahr 2012 erstmals voll realisiert werden. Die größten Synergien werden beim Personal und in der IT entstehen. 

Bundesweiter Stellenabbau von rund 230 Vollzeitstellen bis zum Jahr 2012 


Um effizientere Strukturen zu schaffen und Doppelarbeiten zu vermeiden, sollen bis zum Jahr 2012 ca. 230 von rund 1.800 Vollzeitstellen bundesweit abgebaut werden. Das entspricht einem Anteil von rund 13 Prozent. "Wir werden den Stellenabbau sozialverträglich und im engen Dialog mit den Gremien umsetzen", sagte der Vorstandsvorsitzende von Deutscher Ring Sach und Leben sowie Basler Versicherungen, Dr. Frank Grund. "Der Personalabbau ist kein Selbstzweck, sondern dient dazu, das Unternehmen so aufzustellen, dass wir auch künftig sichere und attraktive Arbeitsplätze anbieten können. Langfristig wollen wir wachsen, und dieses Wachstum wird sich auch in unseren Mitarbeiterzahlen widerspiegeln." 

Vorteile für Kunden 


Von der engeren Verzahnung der Deutschlandaktivitäten profitieren auch die Kunden. Sie erhalten künftig eine deutlich breitere und bessere Produktpalette aus einer Hand, werden flächendeckend durch ein dichteres Vertriebsnetz versorgt und profitieren zudem von Skaleneffekten in der Kapitalanlage. Dazu Dr. Frank Grund: "Wir werden unsere Top-Produkte stetig weiterentwickeln und darüber hinaus unser Dienstleistungsspektrum in Richtung Schadenprävention erweitern." 

Schnelle und einvernehmliche Lösung mit der Signal Iduna angestrebt 


Im Rahmen der Bestandsaufnahme wurde auch die Situation berücksichtigt, die sich durch das Zusammengehen des Deutscher Ring Kranken mit der Signal Iduna ergeben hat. Die beiden Unternehmen hatten im Januar 2009 bekannt gegeben, dass sie sich mit Wirkung zum 1. April 2009 zu einem so genannten Gleichordnungskonzern zusammenschließen. Dr. Frank Grund erläutert die Folgen: "Durch diesen Schritt des Deutscher Ring Kranken hat sich die Situation grundlegend verändert: Ab dem 1. April leben wir praktisch unter einem Dach mit einem Wettbewerber. Das ist aus unserer Sicht nicht haltbar und dürfte auch für die Signal Iduna keine Dauerlösung sein. Wir setzen daher darauf, dass alle Beteiligten - die Signal Iduna, der Deutsche Ring Kranken und wir - zügig eine praktikable Lösung finden." 

Erste Gespräche mit der Signal Iduna zu diesem Thema haben bereits stattgefunden. 

Kriterien für eine einvernehmliche Lösung 


Aus Sicht von Deutscher Ring Sach und Leben sowie Basler Versicherungen muss eine Lösung im Sinne aller Beteiligten folgenden Kriterien genügen: Erstens bedarf es schneller Klarheit für die Mitarbeiter, zweitens muss sichergestellt sein, dass die Signal Iduna als Wettbewerber keinen Zugriff auf Kundendaten hat, und drittens soll die hohe Qualität der Produkte und Dienstleistungen beibehalten werden. Dr. Frank Grund sagte: "Wir haben unsere Vorstellungen über die Zukunft deutlich gemacht. Diese werden wir nach dem Dialog mit den Gremien und mit Signal Iduna bis zum Jahr 2012 vollständig umsetzen. Sollten wir wider Erwarten keine einvernehmliche Lösung erzielen können, so sind wir aber darauf vorbereitet, unseren Kurs auch eigenständig umzusetzen." 

Hintergrund 


Am 11. November 2008 hatte die Bâloise-Gruppe angekündigt, dass ihre deutschen Geschäftseinheiten - die Basler Versicherungen in Bad Homburg sowie die Deutscher Ring Sach und Leben in Hamburg - eine einheitliche Führung erhalten sollen. Am 26. November beriefen die Aufsichtsräte von Deutscher Ring Sach und Leben durch die Bestellung der Vorstände der Basler Versicherungen an die Spitze der beiden Hamburger Gesellschaften der Bâloise einen personenidentischen Vorstand. 

Zuvor waren die deutschen Geschäftseinheiten der Bâloise-Gruppe in Hamburg und Bad Homburg von zwei unterschiedlichen Vorständen geführt worden. Deutscher Ring Sach und Leben in Hamburg teilten sich denselben Vorstand mit Deutscher Ring Kranken. Während Deutscher Ring Sach und Leben Tochtergesellschaften der Bâloise-Gruppe sind, gehört Deutscher Ring Kranken als rechtlich unabhängiger Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit nicht zur Bâloise-Gruppe. 

Am 26. Januar 2009 gaben der DR Kranken und die Signal Iduna ihre Absicht bekannt, sich mit Wirkung von 1. April 2009 in Form eines Gleichordnungskonzerns zusammenzuschließen. Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter www.baloise.com/deutschland 

Über die Bâloise-Gruppe und ihre deutschen Tochtergesellschaften 


Die Basler Versicherungen mit Sitz in Bad Homburg v.d.H. sind eine Tochter des Schweizer Bâloise-Konzerns und bestehen aus drei Gesellschaften: der Basler Securitas Versicherungs-AG, der Basler Versicherungs-Gesellschaft und der Basler Lebens-Versicherungs-Gesellschaft. Die Basler Versicherungen haben 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie rund 400 eigene Vertriebspartner. Das konsolidierte Prämienvolumen des Unternehmens beträgt rund EUR 660 Mio. Euro (2007). 

Die Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG und Deutscher Ring Sachversicherungs-AG mit Hauptsitz in Hamburg sind seit 1985 Töchter des Schweizer Bâloise-Konzerns. Sie beschäftigen etwa 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielten 2007 Gebuchte Bruttobeiträge in Höhe von 786 Mio. Euro. 

Die Bâloise-Gruppe mit Sitz in Basel, Schweiz, ist ein europäischer Anbieter von Versicherungs- und Vorsorgelösungen. Sie positioniert sich als Versicherer mit intelligenter Prävention, der "Sicherheitswelt". In der Schweiz agiert sie als fokussierter Finanzdienstleister, eine Kombination von Versicherung und Bank. Die weiteren Märkte sind Deutschland, Österreich, Belgien, Luxemburg, Liechtenstein, Kroatien und Serbien. Das Vertriebsnetz umfasst die eigene Verkaufsorganisation, Makler und weitere Partner. Das Geschäft mit innovativen Vorsorgeprodukten für Privatkunden in ganz Europa betreibt die Bâloise mit ihren Kompetenzzentren in Luxemburg und Liechtenstein. Die Aktie der Bâloise-Holding gehört zum Swiss Market Index (SMI) mit den 20 führenden Schweizer Unternehmen und ist an der SWX Europe notiert. Die Bâloise-Gruppe beschäftigt rund 9.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.