Autoversicherungen: Wie entwickelt sich der Beitrag für das Jahr 2013?

Eins vorweg, die Beiträge für die Kfz-Versicherung steigen im nächsten Jahr auf breiter Front. Und dies sowohl in der Haftpflicht-, der Teilkasko- und der Vollkaskoversicherung. Gerechnet wird mit durchschnittlichen Beitragsteigerungen von 5 bis 10 Prozent. Für den wechselwilligen Autofahrer heißt dies, wie in jedem Jahr, Beiträge vergleichen und die Leistungen dabei nicht außer Acht lassen.

Eine reguläre Kündigung ist bis zum 30. November möglich – eine Begründung braucht der Versicherte dazu nicht. Doch aufgepasst, einige Versicherer weichen von dem allseits bekannten Hauptfälligkeitstermin 1. Januar ab, und vereinbaren individuelle Termine, legen beispielsweise den Tag der Zulassung zugrunde. Hiermit soll die sich zum Jahresende steigernde Wechselbereitschaft eingedämmt wird. Zudem merkt sich der Verbraucher unterjährige Termine nicht so leicht, eine mögliche Kündigung wird so schnell einmal vergessen.

Ein weiterer Trick der Autoversicherer besteht darin, die Rechnungen fürs neue Jahr erst so spät zu versenden, das eine reguläre Kündigung nicht mehr möglich ist. Was viele Kunden nicht wissen: Erhöht sich der Beitrag – wenn auch nur um einen Cent – besteht ein außerordentliches Kündigungsrecht, und zwar vier Wochen nach Zugang der Rechnung. Kommt die Rechnung also erst am 5. Dezember, ist eine Kündigung bis zum 5. Januar möglich.

Womit Versicherte beiderlei Geschlechts rechnen müssen: Ab dem 21. Dezember dürfen die Autoversicherer ihre Beiträge nicht mehr geschlechtsspezifisch gestalten. Also, Lady-Tarif ade, die neuen Unisex-Tarife sind da. Männer werden davon profitieren, denn deren Beitrag wird günstiger, gleichzeitig werden die Tarife für Frauen angehoben. Ein weiterer Profiteur ist der Fahranfänger, insbesondere der männliche, denn hier haben viele Autoversicherer nachgebessert und ihre Beiträge gesenkt.

Ein Vergleich lohnt in diesem Jahr aber nicht nur für die genannten Gruppen, die Beitragsunterschiede in der Autoversicherung sind nach wie vor enorm und Sparpotenzial zuhauf vorhanden. So beobachten Experten Differenzen von bis zu 400 Prozent. Wer sparen will, sollte sich jetzt die Zeit nehmen, Vergleiche anzustellen. Vergessen Sie aber nicht nur nach dem Beitrag zu schauen, denn in der Kfz-Versicherung zählt das Motto „Geiz ist geil“ nicht. Stimmen die Leistungen nicht, kann eine billige Versicherung schnell recht teuer werden.

Autoversicherungen nach Beitrag und Leistung vergleichen    

 

Worauf Sie neben dem Beitrag achten sollten:

  • Direktversicherer kontra Versicherer mit Beratungsaußendienst
    Direktversicherer sind in der Regel günstiger, doch müssen Einschränkungen im Service hingenommen werden. Kontaktaufnahmen sind lediglich telefonisch, per E-Mail oder Internet-Portal möglich. Kurz mal in die nächste Filiale oder einen Vermittler ansprechen und um Rat fragen, funktioniert hier nicht.

  • Werkstattbindung kontra freie Werkstattwahl
    Fällt die Entscheidung auf einen Tarif mit Werkstattbindung, überlässt der Versicherte nach einem Teilkasko- bzw. Vollkaskoschaden dem Versicherer die Entscheidung, in welcher Werkstatt der Schaden repariert werden muss. Dafür gibt es einen größeren Beitragsnachlass. Wer im Schadenfall verzichten auf die eigene Werkstatt kann, sollte diese Option wählen, Nachteile gibt es in der Regel nicht. Dennoch sollte nachgefragt werden, ob und wie lange eine Garantie auf die Reparatur besteht, ob der Versicherer die Garantie übernimmt und ob sichergestellt ist, dass Originalersatzteile verwendet werden.

  • Verzicht auf den Einwand grober Fahrlässigkeit
    Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Kfz-Tarifes ist der „Verzicht auf den Einwand grober Fahrlässigkeit“. Hier sollte eigentlich nicht gespart werden. Enthält der Vertrag die Klausel nicht, wird der Versicherte prozentual an den Kosten der Unfallfolgen beteiligt. In schweren Fällen kann die Versicherung die Leistung sogar ganz verweigern. Zur groben Fahrlässigkeit zählt beispielsweise das Überfahren einer roten Ampel, die Missachtung eines Stopp-Schildes, das Telefonieren mit dem Handy, abgefahrene Reifen und Fahrten unter Drogen- oder Alkoholeinfluss. Bei Trunkenheitsfahrten mit mehr als 1,1 Promille greift die Klausel allerdings nicht.

  • Neupreisentschädigung
    Für Neuwagenbesitzer ist die Neupreisentschädigung ein wichtiges Kriterium. Sie beläuft sich auf 6 Monate im günstigsten, auf 12 im Standard- und aus 18 Monte im Komforttarif.

  • Marderbissschäden
    Ob und wie Marderbisse reguliert werden, wird in den Policen unterschiedlich gehandhabt. Einige regulieren nur den angeknabberten Schlauch, Komforttarife aber auch die Folgeschäden, die durch einen Marderbiss auftreten können.

  • Rabattretter kontra Rabattschutz
    Der Rabattretter befindet sich auf dem Rückzug. Dieser sorgte dafür, das ein Vertrag, der sich in der Schadenfreiheitsklasse 25 befand, zwar zurückgestuft wurde, jedoch war damit keine Beitragserhöhung verbunden. Mit der Einführung der neuen Rabattstaffel, die anstatt der bisherigen 25 nunmehr 35 SF-Klassen vorsieht, ist auch der Rabattretter verschwunden. Dafür haben einige Versicherer den Rabattschutz eingeführt. Der Rabattschutz sichert bei einem Schaden die SF-Klasse, eine Rückstufung findet nicht statt, der Beitrag bleibt konstant. Der Rabattschutz ist jedoch mit Zusatzkosten verbunden.

  • Wildschäden
    Auch hier unterscheiden sich die Leistungen von einfachen und Komforttarifen. Während günstige Policen lediglich Wildschäden mit Haarwild regulieren, spielt die Tierart bei den leistungsstärkeren Tarifen keine Rolle mehr, Schäden durch Unfälle mit Fasanen, Hunden, Kühen etc. werden ebenfalls übernommen.