Aufklärungspflicht des Versicherungsvermittlers

Der Bundesgerichtshof hat für die Geldanlageberatung von Verbrauchern mit zwei Urteilen den Standard vorgegeben: Berater müssen darauf hinweisen, wenn sie bedarfsgerechte Angebote nicht im Vertrieb haben. Die Verbraucherzentrale fordert: Was für die Geldanlageberatung gilt, muss auch auf die Versicherungsvermittlung gelten (BGH vom 14.7.2009, Az. XI ZR 152/08 und 153/08).

Beim Versicherungscheck der Verbraucherzentrale zeigt sich immer wieder, dass unnötige Versicherungen bestehen, während existenzielle Risiken nicht angemessen abgesichert wurden. Gerade bei der Absicherung existentieller Risiken haben Verbraucher jedoch die berechtigte Erwartung, umfassend beraten zu werden und die für sie optimale Versicherung zu erhalten.

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale stellt es eine Verletzung der Beratungspflicht dar, wenn der Vermittler den Kunden nicht darüber aufklärt, dass eine bestimmte Versicherung für ihn notwendig ist. Dr. Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg fordert: „Wenn die versicherereigene Produktpalette für eine optimale Versorgung nicht ausreicht, müssen Versicherungsvermittler darauf unmissverständlich hinweisen.“