Antragsfragen einer Berufsunfähigkeitsversicherung richtig beantworten

Wer später einmal berechtigte Leistungen aus seiner Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten möchte, sollte bereits bei Antragstellung darauf achten, die dort gestellten Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Denn falsche Angaben sind häufig Grund für eine Ablehnung im Schadenfall und der Streit auf Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente landet vor Gericht. Also sollten die Gesundheitsfragen genau gelesen und das Antragsformular korrekt ausgefüllt werden.

Fragen wie „Haben in den letzten 5 Jahren Behandlungen, Untersuchungen, Beratungen, ambulante Kuren, Beobachtungen oder Kontrollen durch Behandler stattgefunden?“ , „Wurden in den letzten 10 Jahren stationäre Behandlungen, Kuren oder Operationen durchgeführt? Wenn ja, wegen welcher Diagnosen?“ oder „Bestehen aktuell Beschwerden, Folgen von Erkrankungen oder Unfallfolgen, Gebrechen, chronische Erkrankungen oder dauerhafte Beeinträchtigungen?“ können einen Antragsteller schon in Bedrängnis bringen. Denn gerade bei den Gesundheitsfragen sollte penibel darauf geachtet werden, diese korrekt zu beantworten. Die Versicherer prüfen nämlich in jedem Fall die Angaben, zwar nicht zu Vertragsbeginn, aber immer im Schadenfall. Und stimmt dann auch nur eine Angabe nicht, verweigert der Versicherer die Leistung.

Tipp: Sollten Sie sich nicht sicher sein, befragen Sie Ihren Arzt und holen sich von ihm die notwendige Rückendeckung.

Auch wenn die Anträge auf Berufsunfähigkeitsversicherung knapp gestaltet sind und nicht genügend Platz bieten, sollte der Gesundheitszustand der nachgefragten Jahre beantwortet werden, eventuell auf einem Extrablatt. Vergessen werden häufig Allergien, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Rückenschmerzen, Augenerkrankungen, erhöhte Blutdruck-, Cholesterin- und Urinwerte. Auch den Begriff des Behandlers fassen die Versicherer recht weit. Zu den Behandlern gehören neben Ärzten und Fachärzten auch Heilpraktiker/Homöopathen, Chiropraktiker, Krankengymnasten, Masseure, Therapeuten, Psychologen oder andere Personen/Einrichtungen mit entsprechender Ausbildung.

Wer beispielsweise Rückenschmerzen nicht angibt, die schon einmal krankengymnastisch oder per schmerzlindernder Spritze behandelt wurden, muss wegen der Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht mit einer Ablehnung durch den Versicherer rechnen. Da hilft es dann auch nicht zu erklären, man hätte sich nicht erinnern können oder es sei nicht klar gewesen, dass es sich um eine wichtige Vorerkrankung handelt. Die Gerichte urteilen in diesen Fällen regelmäßig im Sinne des Berufsunfähigkeitsversicherers: Wer die Gesundheitsfragen objektiv falsch beantwortet, hat keinen Anspruch auf Zahlungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Achtung: Auch wer den Antrag mithilfe eines Vermittlers stellt und von diesem ausfüllen lässt, ist vor Fehlern nicht geschützt. Stellt sich im Schadenfall heraus, das Fragen nicht oder nicht richtig beantwortet wurden, ist allerdings der Versicherer in der Pflicht, zu beweisen, dass der Antragsteller arglistig getäuscht hat. Um solchen Streitigkeiten von vornherein aus dem Weg zu gehen, sollte Sie sich genügend Zeit nehmen, behalten Sie den Antrag noch einige Tage und gehen ihn nochmals genauestens durch.

Auf unseren Seiten finden Sie weitergehende Informationen zur Berufsunfähigkeitsversicherung und einen Vergleich für der Tarife in der Berufsunfähigkeitsversicherung.