Altersvorsorge: Wie entwickelt sich die Lebensversicherung

Die Versicherungsunternehmen plagen zur Zeit die niedrigen Zinsen. Lag der vom Bundesfinanzministerium festgelegte Garantiezins 1999 noch bei 4 Prozent, liegt er heute bei nur noch 1,75 Prozent. Das bedeutet, ein Kunde, der 1999 eine Lebensversicherung abgeschlossen hat, erhielt und erhält weiter bis zum Vertragende, Jahr für Jahr, eine garantierte Verzinsung von 4 %. Doch selbst die heutigen bescheidenen 1,75 % sind aufgrund der jetzigen Kapitalmarktsituation für manchen Versicherer schwer zu erzielen.

Daher suchen die Lebensversicherungsunternehmen Alternativlösungen zum klassischen Garantiezins. Zur Zeit werden folgende Alternativmodelle angeboten:

  • Klassisch
    Das klassische Modell mit einem Garantieverzinsung von 1,75 Prozent wird weiterhin Kunden angeboten, die kein Risiko eingehen möchten. Die Gesamtverzinsung, also die Verzinsung inklusive Überschussbeteiligung, ist abhängig vom Anlageergebnis des jeweiligen Versicherers. Lag diese in der 90er Jahren regelmäßig bei 8 Prozent und mehr, sind es heute nur noch 4 Prozent und weniger.

  • Gar nichts
    Risikobewussten Kunden wird die fondsgebundene Lebens- bzw. Rentenversicherung offeriert. Hierbei nutzt der Anleger die Chancen der Kapitalmärkte und ist an deren Entwicklung voll beteiligt. Geht die Entwicklung nach oben, sind bessere Rendite als beim klassischen Produkt möglich, geht es aber nach unten, sind Verluste möglich. Oftmals gibt es hier keine Garantien.

  • Jährlich
    Allianz und R+V bieten ein Modell an, das sich an der Entwicklung des EuroStoxx50 orientiert. Hierbei garantieren beide Anbieter, dass dem Kunden am Ende des Jahres kein Verlust entsteht, wenn der Kurs gesunken ist. Andererseits wird die monatliche Rendite (Cap) der Aktienanlage für den Kunden auf vier Prozent begrenzt. Der Cap orientiert sich dabei an der Wertentwicklung des Index. Hat der Index in einem Monat 2 Prozent zugelegt, bekommt auch der Kunde diese 2 Prozent gutgeschrieben, lag die Wertentwicklung bei 8 Prozent, gibt es nur 4 Prozent. Die jährliche Wertentwicklung für den Fall, das die monatlichen Wertentwicklungen des Index immer bei 4 Prozent und darüber gelegen haben, ist demnach auf 48 Prozent begrenzt. Klingt toll, keine Verluste bei negativer Wertentwicklung und in guten Jahren bis zu 48 Prozent jährlich. Ob das funktionieren kann? Ein kritischer Artikel, der sich mit Sicherheit und hohen Renditen beim Allianz IndexSelect beschäftigt findet sich hier: Allianz IndexSelect: Sicherheit und hohen Renditen?

 

Wohin geht der Trend?

Zur Zeit werden die risikoarmen klassischen Modelle wieder verstärkt nachgefragt, denn in der jetzigen Kapitalmarktsituation, achten die Kunden vermehrt auf garantierte Leistungen. Risikobehaftete Produkte werden gemieden. Der Trend geht hin zur Rentenversicherung mit langer Ansparphase und anschließend immer längeren Auszahlungsphasen. Und hierfür müssen die Versicherungsunternehmen ihre Garantien abgeben. Doch finden diese zur Zeit wenige Möglichkeiten der ausreichend rentablen Anlage der Versichertengelder. Die Versicherer diskutieren bereits heftig über den Garantiezins. Neben den oben genannten Modellen werden zukünftig wohl weitere Möglichkeiten erdacht, hoffentlich auch im Sinne der Versicherungskunden.