Wie sinnvoll ist der Pflege-Bahr?

0 0
Pflegeversicherung

Wie sinnvoll ist der Pflege-Bahr? Neue Zusatzversicherung mit staatlicher Förderung

Pflege im Alter ist teuer. Um die Kosten für einen Heimplatz zu decken, reichen Rente und gesetzliche Pflegeversicherung oft nicht aus. Der Rest muss aus eigener Tasche bezahlt werden. Die Bundesregierung möchte den Bürgern jetzt einen Anreiz bieten, selbst vorzusorgen: mit dem so genannten Pflege-Bahr, einer staatlich geförderten, ergänzenden Pflege-Zusatzversicherung, benannt nach ihrem Erfinder, dem Gesundheitsminister Daniel Bahr.

So funktioniert der Pflege-Bahr

Der Versicherte zahlt pro Monat einen Betrag von mindestens zehn Euro in die Versicherung ein, der Staat legt noch einmal fünf Euro Förderung drauf. Tritt der Pflegefall ein, so garantiert die Zusatzversicherung eine Summe von mindestens 600 Euro pro Monat für die Pflegestufe III. Vor einer möglichen Auszahlung muss der Versicherte allerdings fünf Jahre Wartezeit einhalten.

Teures Produkt?

Bisher bieten nur die Barmenia und die HUK Coburg die Zusatzversicherung an, ein Vergleich ist also noch nicht möglich. Interessant sein dürfte sie für chronisch Kranke, denn den Pflege-Bahr kann jeder abschließen - ohne Gesundheitsprüfung. Doch das, so warnt der Bund der Versicherten, könnte das Produkt sehr teuer machen.
Kritik der Verbraucherzentrale

Außerdem gibt es Kritik an den doch eher geringen Erträgen des Pflege-Bahr in den Pflegestufen null bis zwei. Verbraucher sollten unbedingt prüfen, ob diese Versicherung wirklich nötig ist, und sollten sie auch mit nicht vom Staat geförderten Angeboten vergleichen, rät die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Zudem sollte man abwarten, bis mehr Versicherungen den Pflege-Bahr anbieten. Die Unterschiede in Preis und Leistung seien erfahrungsgemäß enorm.

Der Pflege-Bahr - er kann für manche Verbraucher als Vorsorgeprodukt durchaus nützlich sein. Doch auch diese Versicherung allein wird wohl im Pflegefall nicht alle Kosten abdecken können.