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Ausstieg aus laufenden Versicherungsverträgen

Neben der ordentlichen Kündigung unter Einhaltung von Kündigungsfristen ist unter bestimmten Voraussetzungen auch eine außerordentliche Kündigung möglich. Dies beispielsweise

  • im Schadenfall
    Bei der Kündigung nach eingetretenem Schaden sollten Sie bedenken, dass Sie trotzdem die Beiträge bis zum Ablauf des Versicherungsjahres zahlen müssen und die geleisteten Prämien damit verloren sind. Die Kündigungsfrist beginnt zu laufen, wenn der Versicherer Ihnen die Mitteilung über die abschließende Schadensregulierung zugesandt hat. Ihre Wohngebäude-, Hausrat-, Haftpflicht- und Kfz-Versicherung können Sie dann in der Regel innerhalb der nächsten 2 bis 4 Wochen kündigen.
    Ihre Unfallversicherung können Sie kündigen, nachdem Ihr Versicherer eine Entschädigung geleistet hat, oder Sie beabsichtigen gegen Ihren Versicherer zu klagen.
    Ihre Rechtsschutzversicherung ist in zwei Fällen kündbar. Zum einen, wenn Ihr Versicherer Ihnen zu Unrecht den Versicherungsschutz verweigert hat, und zum anderen, wenn Ihnen bereits in zwei Fällen Versicherungsschutz gewährt wurde.
    Bedenken Sie, dass auch Ihrem Versicherer das Recht auf außerordentliche Kündigung in den genannten Fällen zusteht. In der Rechtsschutzversicherung jedoch nur dann, wenn er in den letzten 12 Monaten in zwei Fällen Versicherungsschutz gewähren musste.
    Ein Kündigungsrecht im Leistungsfall steht privaten Krankenversicherern jedoch nicht zu.

     
  • bei Beitragserhöhungen beziehungsweise Leistungsminderungen
    Erhöht Ihr Versicherer die Beiträge, ohne gleichzeitig den Leistungsumfang zu erweitern oder vermindert er die Leistungen, ohne gleichzeitig die Beiträge anzupassen, können Sie Ihren Versicherungsvertrag mit Datum der Beitragserhöhung kündigen. Erhalten Sie die Mitteilung erst nach dem Erhöhungstermin, ist eine rückwirkende Kündigung möglich. Zu unterscheiden ist, wann der Vertragsabschluss erfolgte.

    • Vertragsbeginn ab dem 29. Juli 1994
      Diese Verträge können bei jeder Beitragserhöhung innerhalb eines Monats nach Erhalt der Mitteilung gekündigt werden.

       
    • Vertragsbeginn vom 01. Januar 1991 bis zum 28. Juli 1994
      Eine Kündigung ist bei Beitragserhöhungen von mehr als 5 Prozent pro Jahr beziehungsweise bei einer Erhöhung von mehr als 25 Prozent seit Versicherungsbeginn möglich.

       
    • Vertragsbeginn vor dem 01. Januar 1991
      Gesetzliche Kündigungsmöglichkeiten sind hier nicht gegeben, jedoch sind diese eventuell in den Versicherungsbedingungen enthalten, die Sie hierauf untersuchen sollten.

       
  • bei Wegfall des Risikos
    Verkaufen Sie beispielsweise ein versichertes Kfz oder stirbt ein in der Tierhalterhaftpflicht versichertes Tier, fällt also das versicherte Risiko weg, ist eine Kündigung immer möglich. Die zu viel geleisteten Beiträge erhalten Sie in diesen Fällen zurück.

 

 

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