FwDienste

Ratgeber in Versicherungsfragen

Die gesetzlichen Grundlagen eines Versicherungsvertrags

Der Versicherungsvertrag stellt zunächst, wie beispielsweise auch ein Kauf- oder Mietvertrag, einen normalen privatrechtlichen Vertrag über den Austausch von Leistungen dar. Vertragspartner sind zum einen Sie als Versicherungsnehmer und zum anderen eine Versicherungsgesellschaft, in der juristischen Fachsprache spricht man vom Versicherer. Ein Unterschied zu anderen Vertragsformen des Privatrechts ist jedoch gegeben, da es bei jedem Versicherungsverhältnis ungewiss ist, ob und wann der Versicherungsfall eintritt. Dies macht besondere gesetzliche Regelungen notwendig, die sich im Versicherungsvertragsgesetz wiederfinden.

Der Versicherer sagt ihnen bei Abschluss eines Vertrages Versicherungsschutz im Versicherungsfall gegen Zahlung einer Versicherungsprämie zu.

Der Versicherungsvertrag muss demnach die Beschreibung eines bestimmten Risikos enthalten, das der Versicherer übernehmen soll. Des Weiteren die festgelegte Leistung bei Verwirklichung des Risikos und die von Ihnen als Versicherungsnehmer zu zahlende Prämie. Da der Versicherer nicht mit Ihnen alleine sondern mit vielen anderen gleichartige Verträge schließt, ist die von Ihnen zu leistende Prämie gemessen an dem im Versicherungsfall vom Versicherer aufzubringenden Betrag relativ gering.
Für Sie bedeutet das eine gewisse Planungssicherheit, da die Belastung Ihres monatlichen Budgets verhältnismäßig gering ist.

Sie müssen nicht ständig eine größere finanzielle Reserve haben, um sich gegen alle Eventualitäten, die Ihre wirtschaftliche Existenz bedrohen könnten, abzusichern. Abgesehen von einigen Pflichtversicherungen, die der Gesetzgeber vorgeschrieben hat, hängt es grundsätzlich von Ihrem persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab, gegen welche weiteren Risiken Sie sich absichern möchten.

Hinweis Vorgeschrieben ist beispielsweise die Kfz-Haftpflichtversicherung, die jeder Halter eines Kfz haben muss. Auch für einige Berufe besteht Versicherungspflicht, so für Wirtschaftsprüfer, Notare oder Makler. Weitere Versicherungen, wie zum Beispiel die Privathaftpflichtversicherung, sind sehr vernünftig und dringend anzuraten, während auf andere auch gut verzichtet werden kann.

Die Rechtsgrundlagen des Versicherungsvertrags können Sie folgendem Schaubild entnehmen. Im Rahmen der Vertragsfreiheit haben spezielle Regelungen Vorrang vor allgemeinen Regelungen.

 

  • BGB, HGB und Nebengesetze

  • Versicherungsvertragsgesetz (VVG)

  • Pflichtversicherungsgesetz (PflVG)
    Kfz-Pflichtversicherungsverordnung (KfzPflVV)

  • Allgemeine Versicherungsbedingungen (AVB)

  • Besondere Versicherungsbedingungen
    Sonder- und Zusatzbedingungen
    Klauseln

  • Individualvereinbarungen