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Ratgeber in Versicherungsfragen

Die Beendigung / Kündigung eines Versicherungsvertrags

Bei Abschluss eines Versicherungsvertrags wird in aller Regel auch eine Laufzeit vereinbart. Bei kurzfristigen Verträgen mit Laufzeiten unter einem Jahr endet der Vertrag und somit der Versicherungsschutz zum vereinbarten Ablaufdatum. Auch Verträge mit Laufzeiten von einem Jahr und darüber können bereits ausdrücklich auf eine bestimmte Laufzeit befristet sein. In der Regel enthalten längerfristige Verträge in den allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) eine Verlängerungsklausel, die besagt, dass das Versicherungsverhältnis stillschweigend als verlängert gilt, wenn nicht innerhalb einer bestimmten Frist vor Ablauf gekündigt wird. Das VVG schreibt hier zwingend eine Einschränkung der Verlängerung auf ein Jahr vor und verhindert somit überlange Bindungen.

Hinweis Erfolgt die Kündigung fristgerecht, darf diese in der Regel nicht von einer Beendigung abhängig gemacht werden. Zulässig ist jedoch eine vorsorgliche Kündigung zum Zwecke der Vertragsänderung. Beispielsweise dürfen Sie die Herabsetzung der Prämie fordern und gleichzeitig die Kündigung aussprechen, falls der Versicherer der Prämienerniedrigung nicht zustimmt.

Hinweis Eine verspätet ausgesprochene Kündigung muss vom Versicherer zurückgewiesen werden und er hat Sie darüber unverzüglich zu informieren. Tut er dies nicht, so wird die Kündigung wirksam. Anderenfalls ist dem Versicherer nach Ansicht des BaFin ein Verstoß gegen die guten Sitten anzulasten.

Hinweis Eine verfrühte Kündigung, also beispielsweise bereits im dritten Jahr eines Vertrags mit fünfjähriger Laufzeit, darf der Versicherer nicht zurückweisen. Die Kündigung kann formlos erfolgen, jedoch verlangen einige AVB die Schriftform. Da Sie für die Zustellung der Kündigung beweispflichtig sind, sollten Sie dies per Einschreibebrief mit Rückschein erledigen.

Neben der ordentlichen Kündigung sind Sie aber auch der Versicherer in bestimmten Fällen zur außerordentlichen Kündigung berechtigt. Ein außerordentliches Kündigungsrecht liegt beispielsweise dann vor, wenn der Versicherer ohne Verbesserung des Versicherungsschutzes die Prämie erhöht. Hier können Sie innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung mit sofortiger Wirkung kündigen.

Bei den Sach- und Haftpflichtversicherungen besteht im Schadenfall sowohl für Sie als auch für den Versicherer ein außerordentliches Kündigungsrecht. Dieses ist innerhalb eines Monats nach Abschluss der Entschädigungsverhandlungen auszuüben. Damit Sie eine Anschlussversicherung suchen können, hat der Versicherer hier eine Frist von einem Monat zu gewähren. Ihnen ist die Fristsetzung freigestellt. In der Regel sollten Sie hier das Ende der Versicherungsperiode wählen, da ein Anspruch auf Prämienrückerstattung nicht besteht. Bei einer Kündigung durch den Versicherer vor Ablauf der Versicherungsperiode hat dieser jedoch zu viel geleistete Prämien rückzuerstatten.