| Chancengleichheit von Frauen und Männern |
|
|
| News - Branchennews |
| Freitag, den 06. März 2009 um 11:50 Uhr |
Weltfrauentag am 8. März
Gleich dauert längerEin immer wieder aktuelles Thema: Wie steht es um die berufliche Chancengleichheit von Frauen und Männern? Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März blickt die Allianz auf rund hundert Jahre Geschichte zurück. 1919 erhalten Frauen in Deutschland nicht nur das aktive und passive Wahlrecht, der Arbeitskräftemangel beschleunigt auch ihren Weg in die Erwerbstätigkeit. Die Allianz, zu dieser Zeit bereits der größte deutsche Versicherer, modernisiert in der ersten Hälfte der 1920er Jahre mittels neuer Bürotechnik ihre Arbeitsabläufe. Von da ab übernehmen Frauen (oft eher schlecht bezahlte) Arbeiten an den neuen Schreib-, Buchungs-, Lochkarten- und Adressiermaschinen. Die Einstellung von Mitarbeiterinnen stellt ganz neue Anforderungen an die Personalführung: Unter anderem erhalten die "Fräuleins" - wie sie damals genannt werden - eigene Büros. Die Trennung der Geschlechter geht sogar so weit, dass Männer und Frauen zu unterschiedlichen Zeiten zur Arbeit kommen müssen, um "sittlichen Gefährdungen" vorzubeugen. Den Schreibabteilungen steht zwar meist eine Frau vor, bis Frauen jedoch auch in anderen Abteilungen in Führungspositionen aufsteigen können, gehen noch einige Jahrzehnte ins Land. Nationalsozialistische Ideologie: "Frau und Mutter" Gleichberechtigung 1949 im Grundgesetz verankert Bei der Allianz sind Frauen weiterhin vor allem als Sekretärinnen, Stenotypistinnen, Reinigungs- und Küchenkräfte oder in den Lochkartenabteilungen tätig. Doch 1956 ist es so weit: Eva von Grumbkow schafft den Aufstieg in den Olymp und wird die erste Prokuristin bei der Allianz. Acht Jahre lang bleibt sie die einzige Prokuristin am Hauptsitz in München und leitet die Abteilung Buchhaltung und Statistik der Unfallbranche und des Deutschen Luftpools. Ebenfalls in den 1950ern entdeckt die Allianz Frauen als Kundinnen. Das Bild der Kundin ist allerdings sehr traditionell, wie in einem Reklamefilm für die Lebensversicherung deutlich wird: Hans, der Protagonist des Werbespots, bekommt selbstverständlich die Ausbildungsversicherung angeboten, für die weibliche Darstellerin Barbara hingegen bleibt nur die Aussteuerversicherung. Bewusstseinswandel ab den Siebziger Jahren Blättert man jedoch in der damaligen Mitarbeiterzeitschrift "Unser Adler", fallen Diskussionsbeiträge zu den gesellschaftlichen Veränderungen, dem sich verschärfenden Generationenkonflikt und der Gleichberechtigung im Unternehmen ins Auge. Ein Meilenstein ist zudem die Entscheidung für flexible Arbeitszeiten, die bei einer Betriebsversammlung der Allianz im Jahr 1970 gefällt wird. Weitere Flexibilisierungen wie die Einführung von Teilzeitarbeit und die massive Erhöhung der Zahl von Kindergartenplätzen führen in den Achtziger- und Neunzigerjahren schließlich dazu, dass der Frauenanteil der Beschäftigten bei der Allianz auf über 50 Prozent ansteigt. In sämtlichen Branchen sind Frauen vor allem in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert. Weltweit sind nur rund 22 Prozent der Führungskräfte Frauen, obwohl sie rund die Hälfte aller Hochschulabsolventen stellen; in Europa liegt der Anteil weiblicher Führungskräfte bei 17 Prozent und in Deutschland sogar noch darunter, bei 15 Prozent. Flexiblere Arbeitsmodelle gefragt Für die Allianz Deutschland AG betont Personalvorstand Dr. Wolfgang Brezina: "Wir sind uns der Bedeutung des Themas bewusst und es hat hohe Priorität. Wir versuchen unter anderem, durch Angebote beispielsweise zur Kinderferienbetreuung und flexible Arbeitszeitmodelle Frauen zu erleichtern, Beruf und Familie besser miteinander zu vereinbaren. Eine Familie zu haben, darf auch für Frauen kein Hindernis für eine Führungskarriere sein." |



